Geschichte

Bis ins 12. Jahrhundert war der hinterste Teil des Urslautals ausschließlich von Bären bevölkert, hierher rührt auch der Name des Tals (Ursus, lat.: Bär). Erste Besiedlungen sind zwischen 1150 und 1250 nachweisbar; die Siedler*innen kamen über den Jufen und haben die ersten Winter in Erdlöchern verbracht, um sich gegen die eisige Kälte und Schneemassen zu schützen. An dem Platz des heutigen botenwirt ist das erste Gebäude vor 430 Jahren bekundet; das Gasthaus des botenwirt kann auf eine ca. 250 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Es war 1574, als der Taglöhner Christian Kröll, der bis dahin im Hof Untermußbach wohnte, bei seinem „hochwürdigstem Fürst und gnädigstem Herrn“, dem Grundherrn Erzbischof Johann Jacob zu Salzburg, um Erlaubnis ersuchte, ein Haus für sich, seine Frau und seine kranke Mutter zu bauen. Da die Nachbarn keine Einwände hatten, wurde ihm nach fünf Jahren, 1579, ein Platz neben der Kirche zugewiesen mit den Auflagen, „keine Hühner zu halten und dem Gebot verdächtliche fremde Personen auf(zu)hallten“. Diese Erlaubnis legte den Grundstein des heutigen botenwirt,der damals „Gallerhäusel“ hieß. Der Name war abgeleitet von dem ehemaligen Namen der Kirche, der „Galli–Kapelle“, benannt nach dem heiligen Gallus, der Überlieferungen zufolge einem Bären einen Dorn aus der Tatze zog und den Bären dann als Diener anstellte.

Am 8. Januar 1753 wurde das Gebäude gastronomischen Zwecken zugeführt; es ist die Geburtsstunde des botenwirt. Dem damaligen Besitzer des „Gallerhäusels“ Hans Mueßbacher wurde gestattet, neben der Urslau einen Backofen und eine Waschküche zu bauen und hier Branntwein zu brennen. Im Mai desselben Jahres beantragte er die Erlaubnis zum Ausschank, um „nicht nur den Wallfahrern, die von überall hier herauf zur 7m entfernten Kirche kommen, sondern auch andern, die gern zur Winterszeit ein Schnäpschen trinken“ seinen Branntwein anbieten zu können. Außerdem, so führt er in seinem Gesuch an, mache er niemandem Konkurrenz, da rundherum nichts Vergleichbares sei und dass er „sonst nichts kann, außer brennen und nur so ein paar Groschen Geld verdienen und er ansonsten keine Steuern zahlen könne“. Gegen eine Verdreifachung seiner Abgaben bekam schließlich seine Ehefrau Maria Schwaiger die beantragte Konzession.
1972 gelangte der botenwirt in den Besitz von Katharina und Alois Rainer. Beide machten sich sehr verdient um Kirche und Gemeinde. Nach dem Tod von Katharina Rainer und nach umfangreicher Modernisierung wurden die ersten Appartments des botenwirt Weihnachten 2009 bezogen und das Gasthaus botenwirt von Rada und Milan Dukic eröffnet.